Vom richtigen Zeitpunkt für Klang

2015-05-26 15:55 von Astrid Schrei (Kommentare: 1)

Kürzlich habe ich interessante Artikel über „Lerchen“ und „Eulen“ gelesen. Dabei ging es aber nicht um die heimische Fauna, sondern um „Zeittypen“, den sogenannten Chronotypen. Wie sich die beiden „Vögel“, die keine sind, bezugnehmend auf das Thema Klänge & Entspannungswirkung verhalten, hat mich natürlich sehr interessiert.

Ein kurzer theoretischer Input: Die Chronobiologie unterscheidet zwischen unterschiedlichen Chronotypen. Als Chronotyp werden  die Kategorien von Menschen bezeichnet, die aufgrund der inneren Uhr, physische Merkmale wie z. B. Hormonspiegel, Körpertemperatur, Schlaf- und Wachphasen, Leistungsvermögen zu unterschiedlichen Tageszeiten in unterschiedlicher Ausprägung besitzen. Die drei Haupttypen sind hierbei die Frühaufsteher(„Lerche“), Normaltypen, Langschläfer („Eule“). Laut Chronobiologie ist der jeweilige Typus genetisch bedingt, und kann nicht bis minimal durch Änderung (z.B.: leichteres Frühaufstehen für Langschläfer durch frühes ZuBettGehen)) beeinflusst werden – einmal Eule, immer Eule, sozusagen.

Wer Kinder hat, die bereits um 07.45 in der Schule sitzen und aufmerksam sein sollen, kennt das Dilemma höchstwahrscheinlich. Wer die Wirkung von Klang-Entspannung kennt, weiß jedoch, dass gerade problematische Einschlafen oder Durchschlafen wesentlich verbessert werden  können.

In der praktischen Klang-Arbeit ist das Thema des „richtigen Zeitpunkts“ auch in Bezug zu den jeweiligen Chronotypen von wesentlicher Bedeutung. Besonders dann, wenn es um die optimale Wirkung von Klängen und der damit verbundenen  Terminlegung für Klang-Anwendungen u.a. geht. Erfahrungsgemäß fällt uns Entspannung am Nachmittag oder frühen Abend leichter. Die Gründe dafür sind unterschiedlich wie die Menschen selbst: die Arbeit ist getan, der Feierabend naht; abends ist nichts mehr zu erledigen oder ich nutze die Entspannungspause, bevor ich abends noch weiterarbeite. Als Empfehlung gebe ich immer mit auf den Weg, sich nichts anstrengendes mehr vorzunehmen, damit Entspannung optimal nachwirken und die Klänge  optimal „nachklingen“ können.

Unabhängig vom jeweiligen Chronotypus, unterliegen wir zum Großteil alle  dem gleichen, gesellschaftlich vorgegebenen  Arbeitswochen-Rythmus: Nach einigen Tagen Arbeit, steht das Wochenende vor der Türe. Ein guter Zeitpunkt, um sich eine Auszeit zu nehmen und Ruhe und Entspannung in einer Klangreise zu erfahren.

 

In der Klangforschung findet das Thema eine zunehmend an Gewichtung.

So hat sich das Gong-Institut unter der Leitung von Matthias Geisse  mit der Wirkung von Gongklängen in Bezug zur Tageszeit beschäftigt.Hier der Beitrag zum Thema aus dem aktuellen Newsletter:

Wirkung von Gongklängen in Bezug zur Tageszeit

Was bei Leistungssportlern und Medikamentation schon seit längerem bekannt ist: von der Tageszeit hängt die Leistungsfähigkeit und Wirksamkeit ab. Z.B. werden Medikamente traditionell morgens, mittags oder abends verabreicht – oder aber vor, während oder nach Mahlzeiten. Erst in jüngster Zeit konnte man nachweisen, dass auch die unterschiedlichen Chronotypen, Langschläfer oder Frühaufsteher, Einfluss auf das Geschehen haben. Dabei konnten in einer Studie nachgewiesen werden, dass die Leistungsfähigkeit eines Chronotypen um bis zu 26% variiert. Das ist immerhin ein Viertel der Gesamtleistung. Aus der chinesischen Medizin kennen wir die Organuhr – und auch sie berücksichtigt nicht die Chronotypen. Ein Organ hat immer zur gleichen Zeit seine höchste bzw. niedrigste Aktivität. Übertragen auf die Aufnahmen von Klängen und Musik haben sich im Laufe der Zeit ebenfalls „fixe“ Standards herausgebildet. So konnte beobachtet werden, dass musikalische Proben vor 10 Uhr deutlich beschwerlicher und zu weniger guten Ergebnissen führt, als zu späteren Zeiten. Unberücksicht blieb dabei aber ebenfalls der individuelle Chronotyp. Wir haben nun beim Gong Institut ein Projekt aufgelegt, in dem wir feststellen möchten, in wieweit sich die unterschiedlichen Chronotypen auch auf die Klangwahrnehmung und Klangwirksamkeit niederschlägt. Ein Thesenpapier formuliert einen eindeutigen Zusammenhang, basierend auf langfristigen Beobachtungen. Dies gilt es jedoch kritisch zu hinterfragen und statistisch abgesichert zu evaluieren. (siehe: Gong-Institut-News 02-2015 / www.gong-institut.com)

 

Mein Facit zum Thema Zeitpunkt versus Chronotypen: jede/r sollte auf die eigene innere Stimme hören. Den eigenen Biorythmus kennt man ganz persönlich, darauf zu hören ist unsere Pflicht! Und gerade beim Thema Zeit … ist es an der Zeit … dass wir selbständig und eigenmächtig entscheiden, wann wir was machen. Der Arbeits-Rhythmus gibt uns ohnehin viel an Struktur vor. Und die Gesellschaft will uns sowieso tagtäglich einreden, dass wir „keine Zeit“ haben und ständig unter „Termindruck“ stehen. Was meinen Sie dazu? Ich würde mich sehr über Ihren Kommentar zum Thema freuen!

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Kommentar von office | 2015-05-29

Interessanter Artikel!
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Herzlichen Dank!